On-Demand Verkehr in der Schweiz – Alpine Landschaft mit Minibus, Seilbahn und Buchungs-App
On-Demand

On-Demand Verkehr in der Schweiz aus alpiner Erfahrung

Wer Rufbusse und On-Demand-Angebote im Gebirge plant, braucht keine Lehrbücher. Er braucht Erfahrung. Aus dem operativen Betrieb in über 50 Regionen im DACH-Raum.

29. Jänner 2026 Veröffentlicht
10 Min. Lesezeit Lesedauer
Schweiz On-Demand Alpen Tourismus Mehrsprachig

Was die Schweiz von anderen Märkten unterscheidet

Der öffentliche Verkehr in der Schweiz funktioniert nach einem Bestellsystem, das in Europa seinesgleichen sucht. Bund und Kantone bestellen gemeinsam das regionale Angebot beim Bundesamt für Verkehr (BAV) und schliessen mit den Transportunternehmen Angebotsvereinbarungen ab. Wer in der Schweiz einen Rufbus oder On-Demand-Verkehr einführen will, bewegt sich in diesem Bestellrahmen, koordiniert durch den jeweiligen Kanton und dessen Amt für öffentlichen Verkehr.

Das bedeutet in der Praxis: Gemeinden treten nicht einfach eigenständig als Auftraggeber auf. Die kantonale Ebene ist der entscheidende Akteur. Regionale Konferenzen und Kantone erarbeiten Angebotskonzepte, die alle vier Jahre aktualisiert und beim Kanton eingereicht werden. On-Demand-Angebote werden zunehmend in diese Konzepte aufgenommen, wenn klassischer Linienverkehr zu teuer oder zu unflexibel für die Erschliessung eines Gebiets wäre.

Der Kanton Bern hat das klar formuliert: In Räumen, die sich mit dem klassischen ÖV nicht wirtschaftlich erschliessen lassen, sollen kleinere Fahrzeuge auf Nachfrage die Anbindung an reguläre Linien sicherstellen. Für das Angebotskonzept 2027 bis 2030 hat die Regionalkonferenz Bern-Mittelland vier Gebiete für On-Demand-Angebote beantragt.

PostAuto dominiert, aber nicht überall

PostAuto ist der grösste Busanbieter der Schweiz – aber für eigenständige Gemeinden, touristische Regionen oder kantonale Pilotversuche gibt es vollwertige Alternativen.

White-Label

White-Label-Plattform

Erscheint unter dem Namen der Gemeinde, des Kantons oder der Tourismusregion. Keine Branding-Abhängigkeit. Eigene App, eigener Tarif, eigene Daten.

API

Offene REST-API

OpenAPI-Standard-Schnittstellen für Anbindung an kantonale und nationale Auskunftsportale. GTFS-konforme Datenexporte für Verbundauskunftssysteme.

Tarif

Flexible Tarifkonfiguration

Tarifverbünde, GA/Halbtax-Zuschläge, kantonale Kostendeckungsvorgaben – alles konfigurierbar ohne Programmieraufwand.

Ride-Pooling

Ride-Pooling für Kostendeckung

Automatische Fahrtenbündelung erhöht den Besetzungsgrad und senkt Kosten pro Person. BAV-Vorgabe von 10 % Kostendeckung erreichbar.

Berge, Täler und ein Algorithmus, der beides kennt

Die Schweiz hat Bergkantone, die topografisch näher an Kärnten oder Tirol liegen als an irgendeinem Flachland. Im Kärntner Nockbalmgebiet betreibt maas.maker einen Rufbus, der im Sommer Wanderer und Ausflügler von den Tälern in die Bergregion bringt und im Winter für einen anderen Nutzungsrhythmus konfiguriert ist.

Im unteren Drautal erschliesst das System Gemeinden, die abseits der Hauptverkehrsachsen liegen. In Feldkirchen in Kärnten läuft ein On-Demand-Angebot, das werktags über zehn Stunden ohne festen Fahrplan betrieben wird.

Was diese Regionen mit vielen Schweizer Gebieten gemeinsam haben: die Kombination aus verstreuter Siedlungsstruktur, saisonalem Tourismusaufkommen und einem ÖPNV-Grundnetz, das die letzte Meile nicht bedient. Genau für diese Kombination ist die maas.maker Plattform gebaut. Nicht für die Grossstadt. Für das Tal.

Der Dispositionsalgorithmus ist auf alpines Gelände getrimmt. Er kennt lange Fahrzeiten zwischen wenigen Haltepunkten, asymmetrische Nachfragemuster je nach Tageszeit und Saison, Fahrten, die niemanden mitnehmen, wenn die Buchung ausbleibt, aber sofort reagieren, wenn eine neue Anfrage eingeht.

Was der Schweizer Markt technisch braucht

Rufbusse und On-Demand-Systeme in der Schweiz sind immer in den bestehenden ÖV integriert – tariflich und informatorisch. Das stellt klare technische Anforderungen.

OpenAPI

OpenAPI-Schnittstellen

Externe Auskunftssysteme können Verbindungsoptionen abfragen und in ihr Routing einbinden. Anbindung an kantonale und nationale Portale.

GTFS

GTFS-konforme Exporte

Integration in Verbundauskunftssysteme deutlich vereinfacht. Standardisierte Datensätze für alle relevanten Plattformen.

Tarif

Regionale Tarifgliederung

Tarifverbund, GA/Halbtax-Zuschlag, kantonale Kostendeckungsvorgabe – alles im Disponenten-Backend konfigurierbar.

Ride-Pooling

Ride-Pooling & Kostendeckung

Automatische Fahrtenbündelung erhöht den Besetzungsgrad pro Fahrt. BAV-Vorgabe von mindestens 10 % Kostendeckung erreichbar.

Mehrsprachigkeit als Selbstverständlichkeit

Die Schweiz hat vier Landessprachen, und schon innerhalb eines einzelnen Kantons wie dem Wallis oder Graubünden treffen Sprachregionen aufeinander. Ein On-Demand-System muss damit umgehen können – nicht als Zusatzfunktion, sondern als Grundvoraussetzung.

Die maas.maker Plattform unterstützt mehrsprachige Oberflächen für die Fahrgast-App, die Buchungsmaske und das Disponenten-Backend. Sprache, Währung, Datumsformat und Tarifbezeichnungen können pro Betriebsgebiet separat konfiguriert werden.

Für Betriebe, die gleichzeitig Deutsch und Französisch oder Deutsch und Italienisch anbieten müssen, ist das keine Herausforderung, sondern eine Konfigurationssache.

Tourismusregionen als Kernanwendungsfall

Graubünden, Wallis, Berner Oberland, Zentralschweiz – ein Grossteil des Schweizer Berggebiets ist Tourismusgebiet mit Gästen, die hohe Komforterwartungen und wenig Ortskenntnis haben.

Tourismusshuttle

Separates Betriebsprofil

Tourismusshuttle als eigenes Profil neben dem regulären Tagesangebot – eigene Haltepunkte, Betriebszeiten, Tarif und Branding.

Saisonprofile

Saisonale Umschaltung

Wintersaison und Sommersaison haben unterschiedliche Konfigurationen. Das System schaltet um, ohne Neueinrichtung.

Vorbuchung

Vorherige Buchung

Gäste reservieren ihren Shuttle bei der Reisebuchung. Am Ankunftstag wartet das Fahrzeug. Keine Wartezeit, keine Improvisation.

Letzte Meile

Letzte Meile für Gäste

Vom Hotel zur Bergbahn, nach dem Abendessen ins nächste Dorf – wertvoller als jeder Fahrplan für Gäste ohne Ortskenntnis.

Warum Erfahrung in den Alpen zählt

Die Schweiz denkt in der Mobilität weit voraus. AmiGo, das PostAuto-Projekt für autonome On-Demand-Fahrzeuge in der Ostschweiz, soll ab 2027 in Betrieb gehen. Das SBB-Projekt iamo testet autonome Zubringer im Kanton Zürich. Die Richtung ist klar: On-Demand als regulärer Bestandteil des öffentlichen Verkehrs.

maas.maker ist software-agnostisch in Bezug auf Fahrzeugtypen. Die Plattform kann Fahrzeuge verschiedener Betreiber und verschiedener Technologiestufen gleichzeitig disponieren. Der Übergang von gefahrenen zu teilautomatisierten oder vollautonomen Fahrzeugen ist eine Infrastrukturfrage, keine Softwarefrage.

Es gibt viele Softwareplattformen für On-Demand-Verkehr. Die meisten wurden in städtischen Kontexten entwickelt. Der alpine Raum ist das Gegenteil davon. maas.maker ist aus dem operativen Betrieb im Gebirge gewachsen. Wie der Algorithmus mit langen Tälern umgeht, wie saisonale Betriebsprofile umgeschaltet werden, wie das Callcenter-Modul sicherstellt, dass auch ältere Menschen buchen können – diese Erfahrung ist in Österreich entstanden. Sie ist in der Schweiz genauso relevant.

FAQ

Häufige Fragen zum On-Demand-Verkehr in der Schweiz

In der Schweiz bestellen Bund und Kantone gemeinsam das regionale Angebot beim BAV. Die kantonale Ebene ist der entscheidende Akteur, nicht die einzelne Gemeinde. Regionale Konferenzen erarbeiten Angebotskonzepte, die alle vier Jahre aktualisiert werden.
Ja. maas.maker liefert eine White-Label-Plattform, die unter dem Namen der Gemeinde, des Kantons oder der Tourismusregion erscheint. Keine PostAuto-Branding-Abhängigkeit. Eigene App, eigener Tarif, eigene Daten.
Ja. Der Dispositionsalgorithmus ist auf alpines Gelände getrimmt – lange Fahrzeiten zwischen wenigen Haltepunkten, asymmetrische Nachfragemuster je nach Tageszeit und Saison, und saisonale Betriebsprofile, die ohne Neueinrichtung umgeschaltet werden.
Ja. Fahrgast-App, Buchungsmaske und Disponenten-Backend können mehrsprachig konfiguriert werden. Sprache, Währung, Datumsformat und Tarifbezeichnungen sind pro Betriebsgebiet separat einstellbar.
Das BAV legt für Rufbusse mindestens 10 % fest. Die Ride-Pooling-Funktion von maas.maker bündelt Fahrten automatisch, erhöht den Besetzungsgrad und senkt die Kosten pro beförderte Person.
Ja. Die Plattform ist software-agnostisch in Bezug auf Fahrzeugtypen und kann Fahrzeuge verschiedener Betreiber und Technologiestufen gleichzeitig disponieren. Buchungslogik, Ride-Pooling und Reporting bleiben dieselben.
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